In meinem Podcast Cash or Crash habe ich heute Carmen Treml zu Gast. Sie ist Analystin beim wirtschaftsliberalen Think Tank Agenda Austria. Mit ihr spreche ich darüber, ob es zwischen Österreich und Argentinien Parallelitäten gibt, wie attraktiv unser Land als internationaler Standort ist und ob unser Bildungssystem noch zeitgemäß ist.
In meinem Podcast Cash or Crash habe ich heute Carmen Treml zu Gast. Sie ist Analystin beim wirtschaftsliberalen Think Tank Agenda Austria. Mit ihr spreche ich darüber, ob es zwischen Österreich und Argentinien Parallelitäten gibt, wie attraktiv unser Land als internationaler Standort ist und ob unser Bildungssystem noch zeitgemäß ist.
Für Carmen Treml steht fest, dass der Kurs von Argentiniens Präsident Javier Milei erfolgreich ist. Nicht zuletzt, weil er die Inflation dramatisch gesenkt und notwendige Einsparungen im staatlichen Verwaltungsbereich vorgenommen habe. Dies sei auch ein Punkt, wo sich Österreich ein Beispiel nehmen könne.
Die von der österreichischen Regierung beschlossene Senkung der Lohnnebenkosten für die Wirtschaft um einen Prozentpunkt ist für Treml ein Schritt in die richtige Richtung. Ansonsten sieht Treml die Arbeit der Regierung kritisch. „Es wurde extrem viel versprochen. Eine Pensionsreform, eine Bildungsreform eine Gesundheitsreform. Und passiert ist in Wahrheit sehr wenig.“ Die Ursache dafür kann Treml nicht orten. „Es ist wirklich fragwürdig, warum da einfach nichts weitergeht.“ Gerade in puncto Pensionssystem sei es inzwischen allgemein bekannt, dass ein höheres Antrittsalter nötig sei.
Eine aktuelle Studie des KSV, wonach jeder sechste Betrieb in Österreich daran denkt, zumindest Teile der Produktion oder des Geschäftes ins Ausland zu verlagern, sieht Treml als „Alarmsignal“. Dazu passe auch, dass es in Österreich keine großen internationalen Betriebsansiedlungen mehr geben würde so wie etwa in Ost-Europa. Dafür sei Österreich einfach als Standort zu un-attraktiv.
Hauptproblem sei die Bürokratie. Die ufere seit Jahren aus. Hier sei es dringend notwendig, radikale Schritte zu setzen und Doppelgleisigkeiten endlich abzubauen. Treml: „Also dieser Föderalismus, so wie er jetzt gelebt wird, ist wirklich tödlich, weil Sachen doppelt und dreifach gemacht werden, weil es Bereiche gibt, wo sich keiner so wirklich zuständig fühlt.“
Gerade das Bildungssystem sei ein Beispiel dafür, dass der Föderalismus den effizienten Einsatz der finanziellen Mittel eher verhindern als fördern würde. Denn grundsätzlich sei das Bildungssystem in Österreich gut, man bräuchte allerdings mehr Transparenz, sagt Treml. Die Integration neuer Technolgien wie KI in den Unterricht sei dringend erforderlich. Österreich sei hier viel zu lange säumig gewesen. Österreich würde neue technologische Entwicklungen "entweder ignorieren oder regulieren". Die Debatte, ob Fächer wie Latein zu streichen seien, sei die falsche, sagt Treml. Viel sinnvoller sei es, neue Fächerkombinationen anzudenken.