Cash or Crash - Der Wirtschaftspodcast

#14: Woran über 100.000 Unternehmer denken und wer das größte Sorgenkind in der Wirtschaft ist

Episode Summary

In dieser Spezial-Ausgabe meines Podcasts Cash or Crash spreche ich mit KSV-Chef Ricardo-Jose Vybiral über die aktuelle Pleitewelle und über die generelle Lage der Wirtschaft in Österreich. Immerhin denkt jeder sechste Betrieb an eine Produktionsverlagerung ins Ausland nach. Für Vybiral ein klares „Alarmzeichen“. 

Episode Notes

In dieser Spezial-Ausgabe meines Podcasts Cash or Crash spreche ich mit KSV-Chef Ricardo-Jose Vybiral über die aktuelle Pleitewelle und über die generelle Lage der Wirtschaft in Österreich. Immerhin denkt jeder sechste Betrieb an eine Produktionsverlagerung ins Ausland nach. Für Vybiral ein klares „Alarmzeichen“.  

Laut aktueller Auswertung des Kreditschutzverbandes 1870 (KSV) mussten im ersten Quartal 2026 in Österreich 1.769 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das sind im Schnitt fast 20 Betriebe pro Tag. Zu den Insolvenztreibern zählen vor allem der Handel, das Baugewerbe und die Gastronomie. Diese Branchen verzeichnen seit Jahresbeginn 44 Prozent aller Firmenpleiten. Wobei für Vybiral die Gastronomie aktuell das große Sorgenkind der heimischen Wirtschaft repräsentiert. 

Dort sind die Pleiten zuletzt auffallend gestiegen. Die Gründe für die Krise in der „Gastro“ sind für den KSV-Chef hohe Betriebskosten (wie Energie-, Lebensmittel-, Personalkosten) dann die schwache wirtschaftliche Gesamtlage, wodurch Restaurantbesuche vermehrt reduziert werden, und strukturelle Probleme wie geringe Gewinnmargen und ein starker Konkurrenzkampf. 

Generell auffallend ist auch, dass mittlerweile 40 Prozent aller Pleitefirmen nicht einmal mehr ein ordentliches Insolvenzverfahren einleiten können. Weil diese Betriebe nicht in der Lage sind, die Kosten in der Höhe von 4.000 Euro für ein ordentliches Insolvenzverfahren aufzubringen. 

Eine konkrete Prognose für das gesamte Jahr will der KSV-Chef aufgrund der unsicheren Lage durch den Iran-Krieg nicht abgeben. Auch in der Wirtschaft ist die Stimmung verhalten. Zwar bewertet laut KSV die Hälfte der heimischen Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage mit gut, doch vor der Covid-Pandemie waren das 60 Prozent gewesen. 

Die hohe Kosten, die starke Konsumflaute und der Fachkräftemangel setzen den Betrieben laut Vybiral immer stärker zu. Infolgedessen denkt jeder sechste Betrieb  darüber nach, zumindest einzelne Geschäftsbereiche ins Ausland zu verlagern. Für Vybiral ist das ein ernstes Signal.